Derzeit etablieren Branchenriesen wie Apple, Samsung und Google neue Lösungen für mobiles Bezahlen mit NFC (Near Field Communication) oder anderen kontaktlosen Techniken. Der Vorteil dieser neuen Technologie ist, dass sie Verkäufern und Käufern eine schnelle und bequeme Zahlung ermöglicht, während die Anbieter an jeder Transaktion mitverdienen.

Damit Sie als Mikro-, Kleinunternehmer oder Selbstständiger auf dem neuesten Stand bleiben was zeitgemässes Bezahlen angeht, haben wir hier alle wichtigen Informationen für Sie zusammengestellt.

Apple Pay – Authentisierung mit dem Fingerabdruck

Apple Pay funktioniert mit dem iPhone 6, iPhone 6 Plus, iPhone 6s, iPhone 6s, dem iPhone SE sowie mit dem iPhone 7, dem iPhone 7 Plus, mit der Apple-Watch und natürlich mit dem iPad (mini 3+4, Air 2 und Pro). Für Direktzahlungen an Lieferanten und Einzelhändler wird Apple Pay in Australien, China, Frankreich, Grossbritannien Hong Kong, Japan, Kanada, Neuseeland, Russland, Singapur, Spanien, der Schweiz und den USA schon genutzt.

In der Schweiz können Karten von Visa, MasterCard und American Express der Herausgeber BonusCard, Cornèrcard, Swiss Bankers und Swisscard AECS über Apple Pay benutzt werden. Um via Apple Pay Zahlungen akzeptieren zu können, brauchen Sie einen kontaktlosen, Apple Pay-fähigen Kartenleser. Ihre Kunden bezahlen dann ganz einfach mit ihrem iPhone oder einer Apple Watch über den Kartenleser.

Damit die Zahlung mit Apple Pay klappt, braucht der Verkäufer also ein Kartenlesegerät (mobil oder fest), das kontaktlose Zahlungen oder Zahlungen per NFC akzeptiert. Der Kunde bestätigt die Zahlung per Fingerabdruck auf seinem Apple Gerät, welches die Bestätigung dann kabellos an das Kartenterminal überträgt. Dieses gibt dann ein Piepen von sich, wenn die Zahlung abgeschlossen ist.

Von SumUp ist in der Schweiz bereits ein kontaktloser Kartenleser auf dem Markt, der auch Apple Pay akzeptiert.

Samsung Pay – Flexibilität für trendbewusste Kunden

Eine andere Möglichkeit für mobiles Bezahlen ist Samsung Pay. Derzeit ist der Service in den USA und in Korea verfügbar, bald kommt er wohl auch in die Schweiz. Das System von Samsung funktioniert genauso wie Apple Pay. Es kann jedoch auch von Kartenlesern ohne NFC-Funktion durchgeführt werden.

Die neue Technik ist zur Zeit mit den Geräten Galaxy S6, S6 active, S6 Edge und S6 Edge+, und mit Galaxy S7, S7 active, S7 Edge sowie mit dem Galaxy Note5 möglich. Wie bei Apple Pay beschränkt sich der Markt also auf die neueste Generation von Geräten.

Android Pay – schnell, aber sicher?

Android Pay ist die neue Lösung von Google und ist die effizienteste Möglichkeit auf dem mobilen Zahlungsmarkt. Google hofft, dass Android Pay ein Erfolg wird, was man von der digitalen Brieftasche Google Wallet nicht sagen kann. Auch Android Pay erfordert ein Zahlungsterminal mit NFC.

Das Verfahren ist schneller als Apple Pay, da nur das Smartphone entsperrt werden muss, um die Zahlung durchzuführen. Jedoch bleibt die Sicherheit bei dieser Methode auf der Strecke. Die neuen Android-Versionen ab Android 6 „Marshmallow“ gleichen dieses Manko aber aus, denn mit diesen ist auch die Fingerabdruck-Methode möglich.

Ein weiterer Vorteil von Android Pay ist, dass der Kunde Treue-Punkte sammeln und Geschenk-Karten als Zahlungsmittel verwenden kann. Derzeit ist die Bezahlung mit Android Pay möglich in den USA, Grossbritannien, Irland, Polen, Singapur, Australien, Hong Kong, Japan and Neuseeland. Es bleibt weiterhin unklar, wann der Service auch in der Schweiz verfügbar sein wird.

Herausforderungen der neuen Technik

Die grösste Herausforderung für die Anbieter sind wohl nicht die Entwicklung der Technologie oder die Gewinnung von Kunden und Nutzern, sondern die Aspekte Sicherheit und Kooperation mit Banken und Kreditkarten-Anbietern. Viele Experten bezweifeln die Qualität der Sicherheitsmassnahmen im Bereich mobiles Bezahlen und manche Finanzinstitute haben bereits eigene Systeme entwickelt und kaum Interesse daran, mit der Konkurrenz zu kooperieren.

Sollten Sie jetzt in kontaktlose Zahlungslösungen investieren?

Von den vorgestellten Lösungen ist in der Schweiz derzeit erst Apple Pay fest etabliert. Doch die internationale Entwicklung im Bereich mobiles Bezahlen lässt auf eine steigende Nachfrage nach Services wie Android Pay und Samsung Pay auf dem Schweizer Markt schliessen.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob tatsächlich Handlungsbedarf in Ihrem Unternehmen besteht, achten Sie auf folgende Kriterien ihres Kundenprofils: Sind Ihre Kunden anspruchsvoll, haben eine hohe Kaufkraft und sind Fans neuer Technologien? Dann sollten Sie den Service so bald wie möglich bereitstellen. Selbst wenn der Trend eine Modeerscheinung bleibt, beweisen Sie so Professionalität, Fortschrittlichkeit und Flexibilität.

Falls Ihre Kunden nicht diesem Profil entsprechen, können Sie abwarten, ob auch Samsung Pay und Android Pay sich in der Schweiz fest etablieren, oder Sie können bereits jetzt zur Freude Ihrer Apple Pay Kunden in ein neues Lesegerät investieren. Wenn Sie allerdings noch gar kein Lesegerät besitzen und gerade über eine Erstanschaffung nachdenken, dann sollten Sie sich auf jeden Fall für ein Modell entscheiden, das NFC-fähig ist oder kontaktlose Zahlungen entgegennehmen kann.